„Wir haben nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern auch soziale“ Die türkische Isbank bildet erstmals vier Bankkauffrauen aus
Nur wenige Auszubildende fangen ihre Ausbildung im Beisein von so viel Prominenz an. Am Aktionstag zum Ausbildungspakt im Juli 2005 besuchten der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel und IHK-Präsident Joachim von Harbou die türkische Isbank. Denn die Tochtergesellschaft einer der größten Banken in der Türkei bildet seit August 2005 in ihrer Filiale in Frankfurt zum ersten Mal vier junge Bankkauffrauen aus. Die neuen Azubis unterzeichneten ihren Ausbildungsvertrag im Beisein des türkischen Generalkonsuls, Salih Bogac Güldere.
Test bestanden
Dass es sich bei den Azubis allesamt um junge Frauen handelt, ist nicht dem Zufall, sondern ihrem Können geschuldet. Denn von den insgesamt 15 Bewerbern und Bewerberinnen, die die Bank aus dem riesigen Pool der Bewerbungen zu einem Eignungstest eingeladen hatte, hatte keiner der jungen Männer bestanden.
Für Fatma Ünsal, eine der vier Azubis, endete mit der Einladung zu diesem Test ein „schlimmes Jahr“, wie sie sagt. „Ich hatte leider mein Abitur nicht bestanden. Da ich aber nicht studieren wollte, habe ich nicht wiederholt, sondern mich sofort für eine Ausbildung zur Bankkauffrau beworben. Ich habe über 60 Bewerbungen verschickt und immer nur Absagen bekommen – bis die Einladung zum Eignungstest von der Isbank kam. Das war wunderbar.“
Die 21jährige bestand den vierstündigen Test. „Mir gefällt einfach alles an dem Beruf, vor allem der Kontakt mit den Kunden. In der Schalterhalle macht es mir am meisten Spaß und dort vergeht die Zeit so schnell.“ Fatma ist so begeistert von der Ausbildung, dass sie sich jetzt schon „absolut sicher“ ist, anschließend mit dem Lernen weitermachen zu wollen: „Ich werde noch zwei Jahre dranhängen, und mich zur Betriebs- oder Bankfachwirtin weiterbilden.“
Etwas für die Zukunft junger Leute tun
Großen Anteil an dieser außergewöhnlichen Motivation hat Hülya Özcan. Die Buchhalterin, die ihre Ausbildereignungsprüfung bei der IHK abgelegt hatte, steht den vier Azubis als Betreuerin zur Seite. „Wir hatten früher immer Ein-Jahres-Praktikantinnen und -praktikanten“, sagt die Ausbildungsbetreuerin. „Und da dachten wir, wenn wir sowieso schon junge Leute im Haus haben, dann können wir auch gleich richtig ausbilden, damit sie hinterher einen Abschluss in der Tasche haben.“
Personalleiter Selami Düz sieht im Bereitstellen von Ausbildungsplätzen sogar eine Verpflichtung an den guten Namen der Bank: „Wir haben nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern auch soziale. Und als Bank sind wir in der Lage, den türkischen jungen Leuten, die auf dem Ausbildungsmarkt oft große Probleme haben, zu helfen und etwas für ihre Zukunft zu tun.“
Einmal fertig mit der Ausbildung, können die vier jungen Frauen übrigens in jeder Bank, nicht nur in einer türkischen, arbeiten. Ihnen steht aber auch jeder andere kaufmännische Bereich offen. Das wichtigste Ziel von Hülya Özcan ist daher, „dass sie lernen, selbstständig zu arbeiten. Sie sollen wissen, dass sie alles, was sie tun, nur für sich selber tun.“
Das Unternehmen:
Die Isbank hat sich 1976 mit einer Repräsentanz am Frankfurter Rossmarkt niedergelassen. Kunden sind hauptsächlich türkische oder türkischstämmige Privatpersonen, die Geld an ihre Familien in der Türkei überweisen. Dazu gehören auch Überweisungen für Rentner und Rentnerinnen, die in Deutschland Bezüge bekommen, inzwischen jedoch wieder zu Hause in der Türkei leben. Auch viele türkische Firmen arbeiten mit der Isbank zusammen. Die Isbank führt Konten wie z.B. Festgeldkonten, Sparkonten, Girokonten und gibt auch Kredite.Betriebsportrait - Juli 2006






