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Hartnäckigkeit zahlt sich aus Telemobil bildet aus – auch weil ein junger Mann nicht locker ließ

Eine charmante Stimme begrüßt die Anrufer bei der Telemobil Communications GmbH und fragt nach ihren Wünschen. Diese Stimme gehört Özlem Akkaya, 21 Jahre alt und Auszubildende in der Firma. Chef Yusuf Özkurt persönlich hat das Telefontraining seiner Azubine überwacht und mit ihr geübt, wie sie die Firma am besten am Telefon repräsentieren kann. Einsatz, der sich lohnt: Das Ergebnis stellt nicht nur ihn, sondern auch die Kunden sichtlich zufrieden.

Gute Produktkenntnis ist wichtig für den Ausbildungserfolg: Azubis Özlem und Türker mit Yusuf Ozkurt und Angela Jensen-Oti im Lager
Gute Produktkenntnis ist wichtig für den Ausbildungserfolg: Azubis Özlem und Türker mit Yusuf Ozkurt und Angela Jensen-Oti im Lager
Der 33 Jahre alte Inhaber der Telemobil Communications GmbH in Offenbach bildet seit Ende 2005 aus. Özkurt ist bereits über zehn Jahre lang in der Telekommunikationsbranche und verkauft Handys und Verträge. Sein Team im Hauptsitz in der Oberen Grenzstraße in Offenbach besteht aus fünf Angestellten und Azubine Özlem Akkaya, einer angehenden Kauffrau für Bürokommunikation.

Daneben gibt es noch ein Einzelhandelsgeschäft für Handys und Zubehör in der Bleichstraße. Hier auch noch auszubilden, hatte Özkurt eigentlich nicht vor. Dass er es dennoch tut, ist das Ergebnis der Initiative von Türker Yerlikaya: "Der Junge war hartnäckig". Wenn Yusuf Özkurt über den 21-jährigen angehenden Einzelhandelskaufmann spricht, schwingt eine gewisse Hochachtung mit. So jemand, scheint er zu sagen, hat den nötigen Biss für das Geschäft. Drei Monate lang stand der junge Mann dem Geschäftsführer vor den Füßen, rief ihn an, ließ partout nicht locker und signalisierte Özkurt damit eine Hartnäckigkeit, die diesem imponierte.

Handyvertrag plus Laptop

Die GmbH ist erst drei Jahre alt, aber sie brummt. Das liegt nicht zuletzt an Aktionen wie der "Laptop-" oder "Roller-Aktion", die Telemobil seinen Kunden anbietet. Özkurt hat Ideen: Zwei Handy-Verträge, zwei Handys, das ganze für 11,90 Euro im Monat, und dazu noch - quasi geschenkt - einen Roller. Da Großhändler wie Özkurt für jeden neuen Vertrag mit einem Netzprovider eine Provision erhalten, rechnet sich das Geschäft. Die erste Aktion dieser Art, bei der ein Laptop als "Zugabe" zum Vertrag dabei lag, brachte der Firma ein nettes Umsatzplus.

Auch ein lockerer Chef weiß genau, was er will Özkurt ist ein "lockerer" Chef, aber verschätzen sollte man sich bei ihm nicht. Er liebt eine direkte Sprache, und bei aller Freundlichkeit ist die Autorität des Firmenchefs jederzeit präsent. Doch die alltägliche Begleitung und Betreuung der Azubis hat er delegiert: Angela Jensen-Oti, bei Telemobil für die Buchhaltung und den Kontakt zum Steuerberater zuständig, ist es, die sich die Sorgen und Nöte der Azubis anhört und zur Not auch mal deutliche Worte folgen lässt, wenn wieder einmal die Berichtshefte nicht fertig sind oder es mit den Vereinbarungen nicht so klappt wie besprochen.

Yusuf Özkurt hat die Ausbildungspraxis an Angela Jensen-Oti übertragen
Yusuf Özkurt hat die Ausbildungspraxis an Angela Jensen-Oti übertragen
"Ich finde es sehr gut, dass jetzt auch kleine Betriebe ausbilden können, ohne vorher die Ausbildereignungsprüfung abgelegt zu haben", sagt sie. Letztlich sei diese Änderung ausschlaggebend dafür gewesen, dass sich Telemobil entschlossen habe, selber auszubilden. Doch im hektischen Betriebsalltag die nötige Zeit für die Anleitung und Betreuung der Azubis zu finden, ist nicht immer leicht. "Manchmal würde ich mich gerne noch intensiver um die Azubis kümmern", bedauert sie. "Doch dazu fällt bei uns einfach zu viel Arbeit an." Die kleine Firma mit ihren fünf Angestellten und zwei Azubis muss die gute Auftragslage erst einmal verkraften.

Ausbildung: Last oder Lust?

Ausbilden ist für Angela Jensen-Oti dennoch keine Last, eher eine Lust. Überzeugt von dem Konzept ist sie schon seit ihrer eigenen Ausbildung als Bankkauffrau, die sie vor Jahren bei der Deutschen Bank in Frankfurt machen durfte. "Unsere Lehre war spitze", sagt sie, "wir haben in unserer Abteilung eine extrem gute interne Schulung bekommen." Dieses Vorbild hat sie zwar ständig vor Augen, "aber ich weiß auch, dass wir als kleines Unternehmen so etwas nicht leisten können." Doch dafür profitieren ihre Azubis von der familiären Atmosphäre bei Telemobil und bekommen Arbeitsprozesse hautnah mit, die sie in einem Großunternehmen, das stärker arbeitsteilig organisiert ist, kaum kennen lernen würden.

Eine gut geschulte Stimme: Angela Jensen-Oti achtet genau darauf, wie Azubi Özlem sich am Telefon verhält
Eine gut geschulte Stimme: Angela Jensen-Oti achtet genau darauf, wie Azubi Özlem sich am Telefon verhält
Derzeit arbeitet wieder ein Praktikant bei Telemobil in Offenbach. Vielleicht hat er sich von Türker Yerlikaya etwas abgeschaut. Denn auch er ist von der hartnäckigen Sorte und lässt sich von der direkten Art des Geschäftsführers nicht abschrecken. "Letztes Jahr", so der Firmenchef über den jungen Mann, "hat er schon einmal ein Praktikum für drei Wochen hier bei uns gemacht. Aber da hat er mir überhaupt nicht gefallen". Jetzt aber, in seinem zweiten Praktikum, ist der Chef angetan von seiner Leistung. "Ich muss zugeben: Er hat gelernt." Die Chancen stehen für den Praktikanten also nicht schlecht, der nächste Azubi bei Telemobil zu werden. Jetzt muss Yusuf Özkurt nur noch herausfinden, ob sich in ihm ein wahrer Verkäufer verbirgt. "Denn im Shop zu arbeiten", meint er, "dafür muss man geboren sein."

Kontakt:

Angela Jensen-Oti
Telemobil Communications GmbH
Obere Grenzstraße 72
63071 Offenbach
Tel. 069/ 8600 40 82
Fax 069/ 8600 4084
www.telemobil.de
Betriebsportrait - April 2007