Ausbildung zum Speiseeishersteller
Mit Lehrplan und Leidenschaft
Auf den ersten Blick unterscheidet sich Nico Monteleone aus Lautertal im Odenwald in nichts von seinen Kolleginnen und Kollegen in anderen Eisdielen: Geschickt hantiert der 18-jährige mit der Eiskelle, stellt aus vielen verschiedenen Sorten einen leckeren Früchtebecher zusammen und dekoriert ihn vor dem Servieren geschmackvoll mit frischen Erdbeeren und Mangos.
Doch Nico Monteleone will mehr als »nur« Früchtebecher und Spaghetti-Eis kredenzen: Seit 1. März absolviert er eine Ausbildung zum Speiseeishersteller und ist damit bundesweit einer der ersten Jugendlichen, die die noch neue, im August 2008 aufgelegte Ausbildung absolvieren. »Ich bin hier im Laden meiner Eltern groß geworden und möchte die Eisdiele später einmal übernehmen« erklärt Nico. Damit gehört er genau zur gewünschten Zielgruppe, denn die Ausbildung wurde unter anderem mit dem Ziel konzipiert, selbstständigen Speiseeisherstellern die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte und die eventuelle Übergabe betrieblicher Einrichtungen ermöglichen.
Nicos Lehrherr, sein Vater Graziano, sieht das genauso: »Nico führt unser Handwerk fort. Er ist jung, er ist intelligent und er geht auf die Schule«. Die Schule, das ist die Justus Liebig Berufsschule in Mannheim. Jeweils für eine Woche im Monat kommt Nico seit 23. März zum Blockunterricht hierher, um Theorie und Praxis der Eisherstellung zu vertiefen, beziehungsweise zu erlernen. Auf dem Lehrplan steht außer der Herstellung von Speiseeis unter anderem das richtige Bedienen der Kunden, die Anwendung von Hygiene-, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften sowie Methoden der Preisbildung und Grundlagen der Buchführung.
Ein besonderes Highlight hat die Schule nach der Sommerpause zu bieten. »Im September fahren wir für eine Woche nach Rom, um den Profis vor Ort über die Schulter zu schauen« freut sich Nico. Auf diese Weise, so hofft er, lassen sich zusätzlich wertvolle Einblicke in die Praxis des Eismachens und -verkaufens gewinnen. Insgesamt zwei Jahre dauert die Ausbildung, an deren Ende sich die Teilnehmer Speiseeishersteller nennen dürfen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, doch Nico Monteleone ist guter Dinge, die Ausbildung erfolgreich zu bestehen: »Ich bin mit Spaß bei der Sache, denn von meinem Vater habe ich die Leidenschaft für das Eismachen geerbt.« Und wenn sich zur Leidenschaft das Lernen gesellt, dann sollte einem erfolgreichen Abschluss nichts im Wege stehen.
Juni 2009
---Eiscafe
"Taormina"
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