Rhiel: Tour für Ausbildung 2007
Minister würdigt Förderinitiative "IUBA - Internationale Unternehmen bilden aus"
Rund neue 2.000 Ausbildungsplätze sind in den vergangenen sechs Jahren bei kleinen und mittleren Unternehmen mit Inhabern nicht-deutscher Herkunft geschaffen worden. Der Großteil davon entstand in Gastronomie und Handel. Darauf hat Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel hingewiesen. "Auch im übrigen Dienstleistungssektor bieten sich neue Berufschancen. Es liegt im ureigensten Interesse der Firmen, jetzt für genügend Ausbildung zu sorgen, damit in Zukunft genügend gut qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen", sagte Rhiel am Freitag. Er besuchte bei seiner "Tour für Ausbildung 2007" das Spezialitätenrestaurant Croatica in Bad Hersfeld. Der Minister würdigte die Besitzerfamilie Miloloza ausdrücklich für das "vorbildliche Engagement" in der Ausbildung. Rhiel: "Es ist erfreulich, dass Unternehmer mit internationaler Herkunft mit der Ausbildung junger Menschen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen."
Jedes Jahr einen neuen Azubi
Seniorchef Zeljko Miloloza kam 1969 nach Deutschland. Seit 1980 arbeitet er selbstständig in der Gastronomie. 1996 eröffnete er das Spezialitätenrestaurant Croatica und serviert dort seinen Gästen traditionelle Gerichte aus Kroatien. 2006 übernahm Sohn Martin Miloloza das Lokal. Nach über zehn Jahren vor Ort hat sich das Restaurant Croatica längst einen hervorragenden Ruf in Bad Hersfeld erarbeitet. Dass das Restaurant Croatica der erste Betrieb mit internationaler Unternehmensführung ist, der sich in Bad Hersfeld an die Ausbildung heranwagte, darauf ist Seniorchef Zeljko Miloloza stolz. Der Betrieb bildet seit drei Jahren aus – und hat sich vorgenommen, daraus eine feste Tradition zu machen. "Jedes Jahr einen neuen Azubi" will Juniorchef Martin Miloloza einstellen. Bisher ist ihm das gelungen. Dustin Fiedler und Mato Veselcic lernen im "Croatica" Koch beziehungsweise Restaurantfachmann. Damit die Familientradition fortgesetzt werden kann, wird auch Filip Miloloza, Bruder von Martin, hier seit zwei Jahren zum Restaurantfachmann ausgebildet. Zeljko und Martin Miloloza wurden durch die Projekte "IDA – Integration durch Ausbildung" und "IUBA - Internationale Unternehmen bilden aus" tatkräftig bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen unterstützt.
Gute Beispiele anderer überzeugen
Den entscheidenden Schritt, sich an die Ausbildung heranzuwagen, gingen Zeljko und Martin Miloloza nach einer Veranstaltung, die sie im März 2003 in der IHK Frankfurt besuchten. Das hessische Projekt IdA – Integration durch Ausbildung“ - Vorläuferprojekt von „IUBA“ - hatte gemeinsam mit dem kroatischen Konsul eingeladen und präsentierte verschiedene andere kroatische Gastronomen aus Hessen, die bereits Azubis unter ihre Fittiche genommen hatten. Das Beispiel der Kollegen überzeugte die Milolozas. "Ein Unternehmer, der Jahre lang erfolgreich gearbeitet hat, muss sein Wissen an die nächste Generation weitergeben", hatte Zeljko Miloloza schon lange erkannt. Dass die betriebliche Ausbildung junger Menschen hierzu den Schlüssel darstellt, weiß er heute.
Mit der Ausbildungsoffensive 2007 wird das Hessische Wirtschaftsministerium die Zahl der geförderten betrieblichen Ausbildungsplätze im Vergleich zum letzten Jahr um rund 1.500 auf 4.000 Ausbildungsplätze erhöhen. Insgesamt stellt die Landesregierung für die Ausbildungsoffensive 2007 rund 28,6 Millionen Euro zur Verfügung - das sind mehr als 17 Millionen Euro zusätzlich.






